Resonanzen
Visuelle Häute und Linien der Erinnerung
Die Serie Resonanzen verbindet Werkgruppen, die einen gemeinsamen Ursprung haben: das Sichtbare als Resonanzraum des Unsichtbaren.
In den frühen Visuellen Häuten erscheinen Bilder als membranartige Oberflächen. Landschaften, Schatten, Wasser oder Stein werden zu Feldern zwischen Innen- und Außenwelt – Bildräume, die weniger interpretiert als erlebt werden sollen. Wie eine Haut, die zugleich spürt, schützt und vermittelt.
In neueren Arbeiten verdichtet sich dieses Prinzip weiter. Aus tastenden Bewegungen entstehen viszerale Linien – seismografische Spuren innerer Bewegung. Erinnerungsfragmente, Linien und leere Räume überlagern sich zu einem Geflecht aus Wahrnehmung und Stille. Oft treten Landschaften, Pflanzen oder Berge hinzu und verankern die Bilder im Hier und Jetzt. So entstehen Arbeiten, die nicht nach eindeutiger Bedeutung suchen, sondern nach Resonanz – nach jenen Zwischenräumen, in denen das Fremde und das Eigene ein Echo finden.
Verfügbare Werke aus der Serie: Resonanzen
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Stein Wasser
50 x 70 cm | 2025
Acryl, Frottage, Liner auf Papier
Die Frottagen dieser Arbeiten entstanden mit Acryl an großen Steinen in Borgonovo im Bergell (Schweiz). Sie stehen auf einem Hügel jenseits der Maira, wurden einst unterspült und scheinen nun teilweise zu schweben – wie wesenhafte Erscheinungen. Die Linien, die hier mit Liner ausgeführt sind und sich auch im Triptychon "Schatten" und anderen Bildern dieser Serie wiederfinden, gehen auf Zeichnungen und Fotografien der Schwindebachquelle in der Lüneburger Heide zurück. Sie folgen den Bewegungen des Wassrs – zwei Oberflächen, die einander berühren und in Resonanz treten.
Im Wurzelwerk der Erinnerung (Juli 2025)
60 x 80 cm | 2025
Liner auf Leinwand
Diese Arbeiten mit Liner sind wie Tagebuchaufzeichungen. Sie enstehen blind, während ich mir Erinnerungen wieder vor Augen führe. Ich nenne sie"viscerale Linien". Sie sind wie körperliche Echos – spontane Spuren, die aus innerer Bewegung entstehen. Nicht gedacht oder gesehen, sondern empfunden. Wie seismografische Aufzeichnungen zeichnen sie das auf, was im Körper schwingt: Fantasien, Empfindungen,Erinnerungen und körperliche Zustände. Sie finden sich auch in vielen anderen Arbieten.
Im blinden Raum der Erinnerung 1
50 x 40 cm | 2025
Acryl, Liner auf Leinwand
Diese Arbeiten entstanden auf der Insel Bornholm. Gemalt habe ich sie auf Leinwänden mit Köpfen, die ursprünglich Teil einer Installation im Kunstpavillon München waren, wo ich 2011 mit der dänische Künstlergruppe RIIMFAXE unter dem Titel "Erindring" (Erinnerung) ausstellte. Acht dieser Arbeiten nahm ich nach Bornholm mit und malte auf ihnen plein air in einem kleinen Wäldchen, in dem zahlreiche Bautasteine wie wesenhafte Gestalten versammelt sind. Sie stehen für mich für etwas Vergessenes – Relikte ohne klare Zwecke, Träger verlorener Bedeutungen. In die Bilder flossen Erinnerungsfragmente aus Skizzenbüchern von früheren Aufenthalten auf Bornholm ein. In vielen Schichten entstanden so neue, verdichtete Räume.
© 2024 Matthias Oppermann.
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