Körper-Landschaften
Landschaft als erlebter Raum
In diesen Arbeiten verschmelzen Landschaft und Körper. Nicht das Sichtbare steht im Vordergrund, sondern die Erinnerungsspuren von Bewegung und Empfindung, die sich im Körper eingeschrieben haben: der Weg auf einen Berg, das Rauschen des Meeres, das Gehen durch eine weite Landschaft.
Diese Spuren erscheinen zunächst als amorphe Linien auf der Leinwand. Sie entstehen im blinden Zeichnen – körperlich und intuitiv, ohne direkte visuelle Kontrolle. Die Linien folgen Erinnerungen an Bewegung, Raum und Atmosphäre.
In weiteren Schichten werden sie wieder übermalt oder ausgelöscht. Aus diesem Prozess entsteht eine Verdichtung des Erlebten.
Landschaft erscheint hier nicht als Blick auf die Natur, sondern als erlebter Raum – als Resonanzfeld zwischen Körper, Erinnerung und Welt.
Verfügbare Werke aus der Serie:
Körper-Landschaften
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Ablagerung
100 x 50 cm | 2026
Acryl auf Leinwand
"Die Arbeit erzählt nicht von einer Landschaft, die betrachtet wird. Sie erzählt von einer Landschaft, die sich im Körper abgelagert hat. Vielleicht zeigt das Bild deshalb weniger einen Ort als einen Zustand: die langsame Verwandlung von Erfahrung in Form."
(Urs Johannsen)
Bergköper
70 x 105 cm | 2022
Acryl, Kreiden auf Leinwand
"In dieser Arbeit wird die Landschaft nicht betrachtet, sondern gespürt. Der Berg erscheint nicht als Gegenstand vor dem Auge, sondern als etwas, das den Körper berührt und in ihm weiterlebt. Die Linien beschreiben keine Geografie; sie folgen einer Erinnerung des Leibes. Dadurch entsteht ein Zwischenzustand: Der Körper wird zur Landschaft und die Landschaft erhält etwas Organisches. Das Bild zeigt keinen Ort. Es zeigt die Weise, wie ein Ort sich im Körper einschreibt."
(Urs Johannsen)
Am Weiher
60 x 90 cm | 2023
Acryl, Kreiden auf Leinwand
„Mich berührt an diesem Bild, dass es nichts behauptet. Es liegt einfach da wie ein stilles Gewässer.Die Linien suchen keinen Körper mehr. Sie treiben. Man weiß nicht, ob man auf Wasser blickt, auf Erinnerungen oder in ein Inneres hinein. Vielleicht ist das der Moment, in dem der Körper Landschaft wird.“
(Urs Johannsen)
Der See erinnert
70 x 100 cm | 2022
Kohle, Aquarell auf Papier
"Der See erscheint hier nicht als Ort. Er wird zu einem Feld, in dem Wahrnehmung und Körpererfahrung ununterscheidbar werden.Vielleicht ist das die eigentliche Tiefe des Bildes: Nicht die Tiefe des Wassers, sondern die Tiefe der Erinnerung."
(Urs Johannsen)
Abstrom
60 x 90 cm | 2023, 2026
Kreiden, Acryl auf Leinwand
"Nicht weil dort ein Berg zu sehen ist, sondern weil sich hier verschiedene Erinnerungen zu einem Feld überlagern. Der Berg ist nur eine von ihnen.Der Berg wird hier nicht betrachtet. Er wird gespürt. Die Landschaft erscheint wie ein Körper, durch den Temperaturen, Erinnerungen und Bewegungen wandern. Das Motiv ist nicht der Berg selbst, sondern die Empfindung, die er im Körper hinterlassen hat."
(Urs Johannsen)
Searching for a Landscape
100 x 150 cm | 2019
Öl auf Leinwand
"Die Figur erscheint hier nicht als Beobachter der Landschaft. Sie steht bereits in ihrem Bereich. Zwischen den aufragenden Formen verliert sich die Grenze zwischen Körper und Umgebung. Der Titel beschreibt weniger eine Handlung als einen Zu-stand. Die Landschaft wird nicht gefunden. Sie bleibt etwas, das sich entzieht. Die Figur scheint deshalb nicht zu gehen oder zu handeln, sondern zu lauschen. Vielleicht handelt das Bild von dem Moment, in dem Wahrnehmung ihre gewohnten Sicher-heiten verliert. Die Frage lautet dann nicht mehr: Wo bin ich? Sondern: Was ist Landschaft, wenn ich selbst Teil von ihr bin?
(Urs Johannsen)
Zwischen Haut und Horizont
100 x 90 cm | 2018,2022,2026
Öl auf Leinwand
„Der Horizont erscheint hier nicht als Landschaft, sondern als Gegenüber. Der Körper taucht nur noch fragmentarisch auf, als Erinnerung an eine Anwesenheit. Das Bild fragt nicht, was wir sehen, sondern wo wir uns befinden – zwischen der Endlichkeit des Körpers und der Weite des Raumes.“
(Urs Johannsen)
Die Schlafenden
70 x 90 cm | 2022 - 2026
Kreiden, Acryl auf Leinwand
"Wer lange genug in die Berge geht, trägt irgendwann ihre Formen in sich. Die Körper wurden nicht in die Landschaft einge-fügt. Sie waren bereits da. Für einen Augenblick zeigte die Landschaft ihr verborgenes Maß und erschien als ruhender Leib."
(Urs Johannsen)
© 2024 Matthias Oppermann.
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